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Architektenwettbewerbe, Qualitätssicherung

Staatliches Bauen, wie wir es für die Bundesrepublik Deutschland und für das Land Niedersachsen vertreten, hat unbestritten Vorbildfunktion. Die von den politischen Gremien beschlossenen Bauprojekte werden aus Steuergeldern finanziert, bei deren Einsatz die Bürgerinnen und Bürger erwarten, dass sie "richtig" verwendet werden. Diese Erwartung zu definieren und auszufüllen, lenkt den Blick zunächst auf die Wirtschaftlichkeit. Dies bedeutet als erstes, niedrige Investitionskosten und auf Dauer niedrige Nutzungskosten (Bauunterhaltungs- und Betriebskosten) zu erreichen. Der Wert eines Gebäudes wird jedoch nicht nur von seiner technischen, sondern gleichbedeutend auch von seiner gestalterischen und funktionellen Qualität bestimmt. So darf der Kapitalfaktor Gestaltqualität nicht zum Störfaktor in Wirtschaftlichkeitsberechnungen werden. Eine Gesamtplanung setzt sich zusammen aus dem Erfüllen funktionaler Anforderungen, der Wahl der Materialien und der Konstruktion, der Steuerung der Investitions- und Nutzungskosten und der für die Realisierung notwendigen Zeit sowie vor allem dem Finden der für öffentliche Gebäude angemessenen Gestalt. Diese divergierenden Inhalte für den Bauherrn in Einklang zu bringen ist eines unserer wichtigsten Ziele. Hier hat der Staat eine Pilotfunktion. Die Verantwortung eines Bauherrn für das Ergebnis seines Projektes, für seinen Einfluss auf die Gestaltung unserer gebauten Umwelt, darf von ihm nicht vernachlässigt werden. Sie ist auch Ausdruck seines Selbstverständnisses.

Entwurf: Architekten Dipl.-Ing. Bez und Kock, Stuttgart
Wettbewerb für den Neubau des Experimentallabors der Universität Göttingen, 1. Preis: Architekten Dipl.-Ing. Bez und Kock, Stuttgart

Fähige Architekten sind im Staatlichen Baumanagement Niedersachsen beschäftigt. Sie entwerfen selber oder beauftragen freiberuflich tätige Architekten mit dem Entwurf. Deren Auswahl erfolgt durch intensive Suche nach dem Büro, das die beste Lösung für die zu erfüllende Aufgabe erwarten lässt. Der sicherste Weg zu einem überzeugenden Ergebnis ist hierbei der Architektenwettbewerb. Je nach gewähltem Vorgehen konkurrieren zwischen fünf Teilnehmern bei einem Einladungswettbewerb und bis zu mehr als eintausend bei einem europaweit offenen Wettbewerb um die beste Lösung.

Architektenwettbewerbe sind ein wichtiger Teil der Qualitätssicherung. Viele andere Aspekte fließen in dieses Aufgabenfeld ein: Personalauswahl und dessen Qualifizierung, Fortbildung und Erfahrungsaustausch, baufachliches Beraten aller Verwaltungen des Landes und des Bundes zu ihrem Bedarf, Bauschadenanalyse und Vorbeugung, Zeit- und Kostenmanagement, Vertrags- und Nachtragsmanagement, Definition und Zielsetzungen für Qualität, Sicherstellen von Fachkompetenz, Auswahl qualifizierter freiberuflich tätiger Architekten und Ingenieure.

Entwurf: Architekt Dipl.-Ing. Rainer Diekmann, Karlsruhe

Wettbewerb für die Erweiterung der Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen, 1. Preis: Architekt Dipl.-Ing. Rainer Diekmann, Karlsruhe

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