Schriftgröße:
Farbkontrast:

Aufbau im Überblick

Die Organisation der Oberfinanzdirektion (OFD) beruht auf Art. 108 des Grundgesetzes und auf dem Gesetz über die Finanzverwaltung (§§ 1, 2 u. 7 ff.). Danach ist die OFD Mittelbehörde der Landesfinanzverwaltung. Bis zum 31.12.2007 war die OFD Mittelbehörde des Bundes und des Landes.
Mit der Strukturreform der Bundesfinanzverwaltung zum 1. Januar 2008 sind die bis dahin von der OFD wahrgenommen Aufgaben der Zoll- und Verbrauchsteuerabteilung sowie der Bundeskasse Halle an die Bundesfinanzdirektionen Mitte und Nord abgegeben worden. Im Zuge der Weiterentwicklung der Oberfinanzdirektion Hannover und des Niedersächsischen Landesamtes für Bezüge und Versorgung zu einem zentralen Dienstleister Finanzen entstand zum 1. Januar 2010 die Oberfinanzdirektion Niedersachsen.

An der Spitze der OFD steht der Oberfinanzpräsident. Dem Oberfinanzpräsidenten sind neben der Abteilung 1 - Zentrale Aufgaben und den drei Fachabteilungen (Abteilung 2 - Steuer, Abteilung 3 - Bau und Liegenschaften, Abteilung 4 - Landesweite Bezüge- und Versorgungsstelle) das Präsidialbüro sowie das Pressereferat direkt unterstellt.

Das Präsidialbüro unterstützt den Oberfinanzpräsidenten bei seinen Aufgaben. Der Leiter des Präsidialbüros ist zugleich persönlicher Referent des Oberfinanzpräsidenten und Pressesprecher der Oberfinanzdirektion. Das Pressereferat wurde bereits 1956 für die Öffentlichkeitsarbeit und die Kontaktpflege zu den Journalisten eingerichtet.

Den Abteilungen 1 - Zentrale Aufgaben (Z) in Hannover und 2 - Steuer (St) in Oldenburg obliegen die Aufsicht und Unterstützung der in Niedersachsen nachgeordneten Finanzämter bei der Verwaltung der Bundes- und Landessteuern mit Ausnahme der Verbrauchsteuern. Der Sitz einer Abteilung in Oldenburg ist in Niedersachsen historisch begründet. Mit dem Aufbau der Reichsfinanzverwaltung war 1920 das Landesfinanzamt Oldenburg als steuerliche Mittelbehörde für den Bereich des Landes Oldenburg errichtet worden. 1934 wurden dann die Landesfinanzämter Oldenburg und Unterweser zu einem neuen Landesfinanzamt Weser-Ems mit Sitz in Bremen vereinigt, so dass Oldenburg den Sitz einer steuerlichen Mittelbehörde verloren hatte. Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte sich jedoch heraus, dass die Größe des Oberfinanzbezirks Hannover (mit dem Land Oldenburg) die Zusammenarbeit mit dem Staatsministerium des damals noch selbständigen Landes Oldenburg und dessen Militärregierung erschwerte. Um dem entgegenzuwirken, wurde per 1. Juli 1947 in Oldenburg eine Zweigstelle der OFD Hannover - die Besitz- und Verkehrsteuerabteilung Oldenburg errichtet. Nachgeordnete Behörden der Abteilungen sind 57 Finanzämter, 6 Finanzämter für Großbetriebsprüfung und vier Finanzämter für Fahndung und Strafsachen sowie die Steuerakademie Niedersachsen.

Die Abteilung 3 - Bau und Liegenschaften (BL), die als Mittelinstanz des Staatlichen Baumanagements Niedersachsen (SBN) dem Niedersächsischen Finanzministerium untersteht, begleitet und unterstützt die Tätigkeit der 8 nachgeordneten Bauämter, die in Niedersachsen vor Ort die beiden großen Bauherren Bund und Land mit ihren zahlreichen Dritten vertreten und sämtliche baufachlichen Aufgaben für diese erfüllen. Die Bauämter des SBN betreuen etwa 7.000 Bauwerke des Landes sowie ca. 20.000 Bauwerke des Bundes und realisieren die Bauprojekte für eine Vielzahl unterschiedlichster Nutzer des Landes und des Bundes. Interdisziplinäre Fachkompetenz, uneigennützige und objektive Beratung sowie Kontinuität des öffentlichen Bauens und Mittelstandsförderung sind dabei die maßgeblichen Kriterien. Traditionelle Hochbauten wie zum Beispiel Universitäten, Forschungsanstalten, Bibliotheken, Museen, Theater, Polizeigebäude, Militärbauten, Justizvollzugsanstalten, Landeskrankenhäuser sowie umfangreiche Ingenieurbauten mit höchst anspruchsvollen betriebstechnischen Anlagen wie zum Beispiel Start- und Landebahnen, Brücken, Fernheizwerke, Pipelines und vieles mehr werden vom SBN im Zusammenwirken mit freiberuflich tätigen Architekten und Ingenieuren sowie dem Baugewerbe und der Bauindustrie geplant, gebaut und unterhalten. Die Liegenschaftsangelegenheiten werden vom Landesliegenschaftsfonds Niedersachsen (LFN) wahrgenommen. Der Landesliegenschaftsfonds Niedersachsen (LFN) verwaltet die als Sondervermögen zusammengefassten Liegenschaften im Eigentum des Landes und nimmt in diesem Zusammenhang die zentralen Eigentümerrechte des Landes wahr. Er ist der zentraler Ansprechpartner für sämtliche Immobilienangelegenheiten des Landes Niedersachsen. Weiterhin ist der LFN zuständig für die Erbschaften des Landes Niedersachsen.

Die Abteilung 4 - Bezüge und Versorgung (LBV) ist zentraler Dienstleister für die Berechnung und Auszahlung der Bezüge von aktiven Beschäftigten und Versorgungsempfängern des Landes Niedersachsen. Als Familienkasse zahlt sie zugleich das Kindergeld aus. Sie gewährt außerdem Beihilfen und Heilfürsorge, Umzugskosten und Trennungsgeld und ist für die für die Reisekostenabrechnung von Landesbediensteten zuständig. Die "Landesweite Bezüge- und Versorgungsstelle (LBV )" leistet Wiedergutmachungszahlungen an NS-Verfolgte und deren Hinterbliebene. Zudem übernimmt die LBV zentral die Vollstreckung von Forderungen, die Gerichte und Behörden des Landes erhoben haben.

Einige Zahlen aus den Hauptaufgabenfeldern der LBV belegen ihre große Bedeutung. Jeden Monat erhalten nahezu 206.000 Beschäftigte vom Minister bis zur Aushilfskraft ihre Bezüge von der LBV. Hinzu kommen monatliche Zahlungen an über 82.000 Versorgungsempfängerinnen und -empfänger, verwitwete Personen und Waisen. Sie bearbeitet darüber hinaus jährlich etwa 882.000 Beihilfeanträge.

Die LBV hat Standorte in Aurich, Braunschweig, Hannover und Lüneburg. Für Kundinnen und Kunden befinden sich an allen Standorten Zentrale Informations- und Beratungsstellen (ZIB).

Übersicht