Das Land Niedersachen ist Eigentümer einer Gesamtfläche von rd. 583.000 ha. Damit befinden sich ca. 12,5 Prozent der Fläche Niedersachsens in Landesbesitz. Dabei ist zu beachten, dass mit gut 47000 km² oder - anders ausgedrückt - 13,3 Prozent der Gesamtfläche Niedersachsen nach Bayern das zweitgrößte Land in der Bundesrepublik Deutschland ist. Der Fläche nach ist Niedersachsen größer als Dänemark, die Niederlande, die Schweiz oder Belgien. Der Großteil entfällt davon auf Wald, landwirtschaftliche Fläche sowie Naturschutz-, Deich- und Wasserflächen. Immerhin sind rund 0,5 Prozent (28 Millionen m2) bebaut.
Niedersachsen besitzt auf diesen Grundstücken rund 9400 Bauwerke, einschließlich der Sonderbauwerke wie zum Beispiel auch Tunnel und Brückenanlagen. In den 9400 Bauwerken sind rd. 7600 Gebäude mit einer Hauptnutzfläche von rund 4,74 Millionen m2 enthalten. Darüber hinaus werden durch die Landesverwaltungen weitere rund 0,45 Millionen m2 Hauptnutzfläche angemietet.
Für die Nutzung und den Betrieb dieser Gebäude fallen jährliche Betriebskosten in Höhe von etwa 220 Millionen Euro an. Um einen wirtschaftlichen Betrieb der Gebäude sicherzustellen, setzt das Staatliche Baumanagement Niedersachsen auf moderne Steuerungsmittel: dem Kosten- und Verbrauchscontrolling sowie einem Liegenschafts- und Gebäudemanagement.
Mit der Bereitschaft, dem in den vergangenen Jahren gestiegenen Kostenbewusstsein Rechnung zu tragen, wird unter dem Begriff "Facility-Management" eine ganzheitliche Strategie zur Minimierung dieser Kosten entwickelt. Das bedeutet, neben einer Analyse der Verbrauchs- und Kostendaten, auch das Wissen der beteiligten Verwaltungen (hausverwaltende Dienststellen, Liegenschaftsverwaltung und Staatliches Baumanagement Niedersachsen) über die jeweilige Gebäudebewirtschaftung gebündelt einzubeziehen. Die den hausverwaltenden Dienststellen zur Verfügung stehenden Gebäudeflächen müssen sich dabei an den Aufgaben und an aktuellen Anforderungsprofilen orientieren.
Mit der Einführung des integrierten Liegenschafts-, Bau- und Gebäudemanagements werden in Niedersachsen folgende Ziele verfolgt:
- Optimierung der Planungs- und Bauphase unter Berücksichtigung der Folgekosten und Nutzungsqualität
- Erkennen und Ausschöpfen der möglichen Nutzungspotentiale
- Freisetzen entbehrlicher Nutzflächen
- Optimierung der Betriebskosten
- Realisieren der vorhandenen Werterhaltungs- und Wertsteigerungspotentiale
Diese Ziele werden durch Einsatz moderner Facility-Management-Methoden unterstützt.
Um eine effiziente Anwendung des Facility-Managements für die Liegenschaften des Landes zu erreichen, müssen bestehende Konzepte und DV-Werkzeuge getestet und weiterentwickelt werden. Hierzu führt das Staatliche Baumanagement Niedersachsen verschiedene Facility-Management Pilotprojekte durch.
Die laufenden Pilotprojekte haben folgende Schwerpunkte:
- Analyse der Betriebskosten
- Unterstützung des Liegenschaftsmanagement durch ein Geoinformationssystem
- DV-gestützte Gebäudebewirtschaftung
Eine umfassende Dokumentation der Daten zum Liegenschafts- und Gebäudebestand sowie deren Pflege sind für Bauherrn und Nutzer unerlässlich. Mehr finden Sie im:
- Handbuch zum Facility-Management (PDF, 516 KB)
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