Landesamt für Steuern Niedersachsen klar

Häufige Fragen/FAQ

Eigenheimzulage


Fragen:
In welchen Fällen wird die Eigenheimzulage noch nach dem bis 31. Dezember 2003 geltenden Recht gewährt?
Bekomme ich die Eigenheimzulage auch, wenn ich das Haus ohne Kredite finanziere?
Kann ich mir den Antrag auf Eigenheimzulage im Internet downloaden? Wenn ja, wo?
Mein Freund und ich haben zusammen ein gebrauchtes Haus gekauft und erhalten demnach je zur Hälfte die Förderung für ein Altobjekt. Wenn wir irgendwann einmal gemeinsam heiraten, können wir dann die Förderung für ein weiteres Objekt erhalten?
Wir haben 2003 eine bislang zu fremden Wohnzwecken genutzte Wohnung aus dem Betriebsvermögen entnommen. Können wir eine Förderung beantragen?
Die Eigenheimzulage läuft seit drei Jahren. Durch die Geburt eines Kindes entsteht der Anspruch auf Kinderzulage. Wie ist diese zu beantragen? Gibt es hierfür einen entsprechenden Vordruck?
Wird die Kinderzulage rückwirkend oder erst ab Geburt (für die Restlaufzeit der Eigenheimzulage) gewährt?
Wenn Eheleute zurzeit Eigenheimzulage für eine selbstgenutzte Wohnung in einem Zweifamilienhaus erhalten und die andere Wohnung in dem Zweifamilienhaus einem Angehörigen unentgeltlich überlassen, können sie dann auch für die zweite Wohnung Eigenheimzulage erhalten?
Ich habe auf dem Grundstück meines Vaters ein zu eigenen Wohnzwecken genutztes Einfamilienhaus errichtet. Kann ich auch ohne Vereinbarung eines Dauerwohnrechts wirtschaftlicher Eigentümer des Einfamilienhauses werden? Wenn ja, habe ich dann Anspruch auf Eigenheimzulage?
Wie hoch ist die Förderung ab 2004?
Wie werden Altbauten und Erweiterungen nach neuem Recht (ab1.1.2004) gefördert?
Welche Förderung erhalte ich, wenn ich mit notariellen Kaufvertrag vom 6. Januar 2004 eine Eigentumswohnung für 55.000 € kaufe und sie alsbald zu eigenen Wohnzweckeh nutzte? Ich bekomme für ein Kind Kindergeld.
Werden Neubauten und der Kauf einer gebrauchten Immobilie künftig gleich gefördert?
Wir haben im Kalenderjahr 2003 einen Bauantrag für die Erweiterung (Anbau) unseres Einfamilienhauses, das wir selbst nutzen, gestellt. Können wir noch eine Förderung nach dem "alten" Recht bekommen?
Wie hoch sind die Einkunftsgrenzen ab 2004?
Werden Ausbauten und Erweiterungen an einer Wohnung auch noch nach dem neuen Eigenheimzulagengesetz gefördert ?
Welche Energiesparmaßnahmen werden noch bei Neubauten gefördert?
Kann ich für mein Haus, welches ich ersteigert habe, auch die Eigenheimzulage erhalten?
Meine Frau und ich nehmen die Eigenheimzulage bereits für ein zu eigenen Wohnzwecken genutztes Einfamilienhaus in Anspruch. In diesem Kalenderjahr möchten wir einen Wintergarten anbauen. Können wir darür auch noch eine weitere Förderung nach dem Eigenheimzulagegesetz bekommen?
Meine Frau und ich haben bereits für ein uns je zur ideellen Hälfte gehörendes Haus die Eigenheimzulage erhalten. Im Kalenderjahr 2003 haben wir uns getrennt. Wir wollen das Objekt in diesem Kalenderjahr verkaufen. Ist für beide von uns Objektverbrauch eingetreten?
Wie hoch ist die Einkunftsgrenze nach neuem Recht (ab dem 1. Januar 2004)?
Wenn ich eine Wohnung in 2003 erworben habe, muss ich auch in 2003 eingezogen sein?
Wir haben noch im Jahr 2003 einen Bauantrag gestellt. Wann können wir den Antrag auf Eigenheimzulage stellen?
Welche Unterlagen muss ich dem Antrag auf Eigenheimzulage beifügen?
Wann wird die Eigenheimzulage ausgezahlt?
Ich erwerbe gemeinsam mit meiner Freundin ein Einfamilienhaus, (je zur ideellen Hälfte). Müssen wir beide einen Antrag auf Eigenheimzulage stellen?
Ich habe mit notariellem Kaufvertrag vom 29. Dezember 2003 ein Einfamilienhaus erworben. Am 28. Januar 2004 sind der Besitz sowie Nutzen und Lasten auf mich übergegangen. Ich nutze das Haus seit dem 26. Februar 2004 zu eigenen Wohnzwecken. Das neue Recht würde für mich zu einem günstigeren Ergebnis führen. Gibt es ein Wahlrecht?
Musste der Kaufpreis für den Erwerb einer Immobilie noch im Jahr 2003 gezahlt werden, damit man die Eigenheimzulage nach "alten Recht" bekommt?
Ich erhalte schon seit drei Jahren die Eigenheimzulage. Bekomme ich ab dem Kalenderjahr 2004 eine geringere Eigenheimzulage ausgezahlt?
Wann ist eine Wohnung bezugsfertig?
Man hat mir gesagt, um die "alte" Eigenheimzulage für mein noch nicht fertig gestelltes Haus (Baubeginn vor dem 1.1.2004) zu erhalten, hätte ich den Antrag auf Eigenheimzulage noch bis zum 31.12.2003 beim Finanzamt stellen müssen?

Antworten:
Frage: In welchen Fällen wird die Eigenheimzulage noch nach dem bis 31. Dezember 2003 geltenden Recht gewährt?
Für den gesamten Förderzeitraum von grundsätzlich acht Jahren bleibt der Anspruch auf EigZul erhalten, wenn der Anspruchsberechtigte noch vor dem 01. Januar 2004 mit der Herstellung des Objekts begonnen oder im Fall der Anschaffung den rechtswirksamen Kaufvertrag noch vor dem 1. Januar 2004 abgeschlossen hat. Im Fall der Herstellung ist der Herstellungsbeginn maßgebend. Als solcher gilt, bei baugenehmigungspflichtigen Objekten der Zeitpunkt, in dem der Bauantrag gestellt wird und bei baugenehmigungsfreien, aber anzeigepflichtigen Objekten der Tag der Einreichung der Bauunterlagen. Unter Bauantrag ist das Schreiben zu verstehen, mit dem die landesrechtlich vorgesehene Genehmigung für den beabsichtigten Bau angestrebt wird. Zeitpunkt der Beantragung einer Baugenehmigung ist der Zeitpunkt, zu dem der Bauantrag bei der nach Landesrecht zuständigen Behörde gestellt wird; maßgebend ist regelmäßig der Eingangsstempel dieser Behörde (R 42a Abs. 4 EStR 2002). Bei genehmigungsfreien Wohngebäuden nach § 69a Niedersächsische Bauordnung sind vor Durchführung einer Baumaßnahme umfangreiche Bauunterlagen (z. B. Lageplan, Baubeschreibung, etc.) einzureichen. Mitteilungen i. S. d. § 69a Niedersächsische Bauordnung erfüllen nur dann die Voraussetzungen des § 19 Abs. 5 EigZulG, wenn die nach dem gültigen Baurecht erforderlichen Unterlagen beigefügt sind. Welche konkreten Unterlagen erforderlich sind, ist bei der zuständigen Baubehörde zu erfragen. Maßgeblich ist somit jeweils das Eingangsdatum bei der zuständigen Kommune; auf das baurechtlich für den Baubeginn erforderliche Vorliegen der Baugenehmigung kommt es nicht an. Unerheblich ist in diesen Fällen auch, wenn mit den eigentlichen Bauarbeiten erst nach dem 31. Dezember 2003 begonnen wird. Im Fall der Anschaffung bleibt die alte Rechtslage maßgebend, wenn der rechtswirksame Vertrag noch vor dem 1. Januar 2004 abgeschlossen wird. Behördliche Genehmigungserfordernisse berühren die Wirksamkeit des Verpflichtungsgeschäfts nicht (§ 184 Abs. 1 BGB). Bei Vertragsabschluss durch den vollmachtlosen Vertreter ist die Genehmigung durch den Käufer jedoch konstitutiv, entfaltet also keine Rückwirkung (BFH vom 02.10.2001, BStBl 2002 II S. 10). Unbeachtlich für die Fortgeltung des EigZulG ist demgegenüber der Zeitpunkt der Herstellung/Fertigstellung bzw. der Anschaffung, d. h., der vertraglich vereinbarte Tag des Übergangs von Besitz, Nutzungen, Lasten und Gefahr. Diese haben nur Bedeutung für den Beginn des Förderzeitraums. Es kommt für die Übergangsregelung in § 19 Abs. 8 EigZulG auch nicht auf den Beginn der Nutzung zu eigenen Wohnzwecken i. S. v. § 4 EigZulG, also den Tag des Einzugs an. Erst mit dem Einzug in die Wohnung, dem tatsächlichen Gebrauch der Wohnung zu eigenen Wohnzwecken, wird allerdings der Anspruch auf EigZul begründet.

Frage: Bekomme ich die Eigenheimzulage auch, wenn ich das Haus ohne Kredite finanziere?
Ja. Die Eigenheimzulage ist unabhängig von der Art der Finanzierung des Hauses. Sie müssen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten allerdings selbst tragen.

Frage: Kann ich mir den Antrag auf Eigenheimzulage im Internet downloaden? Wenn ja, wo?
Den Antrag auf Eigenheimzulage können Sie unter Aktuelles & Service > Steuervordrucke > Eigenheimzulage herunterladen. Um die Dokumente betrachten und ausdrucken zu können, benötigen Sie ein Programm zum Anzeigen von PDF-Dateien, wie z.B. den Adobe Reader.

Frage: Mein Freund und ich haben zusammen ein gebrauchtes Haus gekauft und erhalten demnach je zur Hälfte die Förderung für ein Altobjekt. Wenn wir irgendwann einmal gemeinsam heiraten, können wir dann die Förderung für ein weiteres Objekt erhalten?
Jeder Steuerpflichtige erhält die Förderung für ein Objekt , wobei auch ein Miteigentumsanteil an einem Objekt als eigenständiges Objekt gilt. Ehegatten, die die Voraussetzungen des § 26 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes erfüllen (z.B. zusammenveranlagte Ehegatten), können die Förderung für insgesamt 2 Objekte in Anspruch nehmen. Wenn Sie zu einem späteren Zeitpunkt heiraten, gelten Ihre Miteigentumsanteile an einem gemeinsamen Objekt zusammen als ein Objekt, so dass Sie nach der Heirat noch die Förderung für ein weiteres Objekt in Anspruch nehmen können, wenn Sie die weiteren, dann geltenden Voraussetzungen für eine Eigenheimzulageförderung erfüllen. Dabei ist unerheblich, ob Sie während des Förderzeitraums des ersten Objekts heiraten oder erst später.

Frage: Wir haben 2003 eine bislang zu fremden Wohnzwecken genutzte Wohnung aus dem Betriebsvermögen entnommen. Können wir eine Förderung beantragen?
Gefördert wird nur eine Anschaffung oder der Neubau einer Wohnung. Eine Entnahme aus dem Betriebsvermögen ist keine Anschaffung, so dass eine Förderung nicht in Betracht kommt.

Frage: Die Eigenheimzulage läuft seit drei Jahren. Durch die Geburt eines Kindes entsteht der Anspruch auf Kinderzulage. Wie ist diese zu beantragen? Gibt es hierfür einen entsprechenden Vordruck?
Schicken Sie Ihrem Finanzamt eine beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde des Kindes und beantragen sie formlos die Gewährung der Kinderzulage zur Eigenheimzulage. Ein besonderen Vordruck nur zur Beantragung der Kinderzulage gibt es nicht.

Frage: Wird die Kinderzulage rückwirkend oder erst ab Geburt (für die Restlaufzeit der Eigenheimzulage) gewährt?
Die Kinderzulage wird erst ab dem Kalenderjahr gewährt, in dem das Kind geboren wird. Es ist dann eine Neufestsetzung nach § 11 Abs. 2 EigZulG durchzuführen. Eine rückwirkende Berücksichtigung für bereits abgelaufene Förderjahre kommt nicht in Betracht.

Frage: Wenn Eheleute zurzeit Eigenheimzulage für eine selbstgenutzte Wohnung in einem Zweifamilienhaus erhalten und die andere Wohnung in dem Zweifamilienhaus einem Angehörigen unentgeltlich überlassen, können sie dann auch für die zweite Wohnung Eigenheimzulage erhalten?
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 28. Juni 2002, IX R 37/01, BStBl 2003 II, 119, entschieden, dass der Anspruch auf Eigenheimzulage für eine im räumlichen Zusammenhang zur von Eheleuten selbst genutzten Wohnung liegende, unentgeltlich an Angehörige überlassene Wohnung nicht durch die für Eheleute geltende Objektbeschränkung in § 6 Abs. 1 S. 2 EigZulG ausgeschlossen ist. Die Objektbeschränkung des § 6 Abs. 1 S. 2 EigZulG ist somit auf Fälle der unentgeltlichen Überlassung einer im räumlichen Zusammenhang belegenen Wohnung an Angehörige nicht anwendbar. Diese Rechtsauffassung hat der BFH in einem weiteren Urteil vom 1. Oktober 2002, IX R 9/02, bestätigt.

Frage: Ich habe auf dem Grundstück meines Vaters ein zu eigenen Wohnzwecken genutztes Einfamilienhaus errichtet. Kann ich auch ohne Vereinbarung eines Dauerwohnrechts wirtschaftlicher Eigentümer des Einfamilienhauses werden? Wenn ja, habe ich dann Anspruch auf Eigenheimzulage?
Nach dem BMF-Schreiben vom 10. April 2002, BStBl I 2002, S. 525, ist ein Nutzungsberechtigter wirtschaftlicher Eigentümer, wenn er die ihm zur Nutzung überlassene Wohnung auf einem fremden Grundstück für eigene Rechnung hergestellt hat und ihm für den Fall der Nutzungsbeendigung gegenüber dem Grundstückseigentümer ein Anspruch auf Ersatz des vollen Verkehrswertes der Wohnung zusteht. Ein solcher Anspruch kann sich aus einer vertraglichen Vereinbarung oder aus dem Gesetz ergeben. Ein gesetzlicher Anspruch auf Wertersatz ergibt sich lt. BMF aus den § 812 ff BGB für einen Bauherren, der in der Erwartung ein Gebäude auf fremden Grund und Boden errichtet, dass er später Eigentümer des Grundstücks werden wird. Ist der Nutzungsberechtigte danach wirtschaftlicher Eigentümer der zu eigenen Wohnzwecken genutzten Wohnung, hat er auch Anspruch auf Eigenheimzulage.

Frage: Wie hoch ist die Förderung ab 2004?
Die Grundförderung beträgt für Objekte, mit deren Herstellung nach dem 31. Dezember 2003 begonnen worden ist bzw. die aufgrund eines nach dem 31. Dezember 2003 abgeschlossenen Kaufvertrags angeschafft worden sind, 1% der Bemessungsgrundlage, höchstens 1.250 € pro Kalenderjahr. Die Kinderzulage beträgt 800 € pro Kind und Kalenderjahr. Der Höchstbetrag wird erst dann erreicht, wenn die Bemessungsgrundlage mindestens 125.000 € beträgt. Die Bemessungsgrundlage umfasst bei neu hergestellten Objekten wie bisher die Anschaffungskosten für den Grund und Boden und die Herstellungskosten für das Gebäude. Bei angeschafften Objekten umfasst die Bemessungsgrundlage neben den Anschaffungskosten für Gebäude und Grund und Boden noch die Aufwendungen für Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die innerhalb von 2 Jahren nach Anschaffung der Wohnung durchgeführt werden. Dabei darf es sich allerdings nicht um jährlich üblicherweise anfallende Erhaltungsarbeiten handeln. Eine Unterscheidung zwischen Neubauten und Altbauten gibt es nicht mehr. Als Beginn der Herstellung gilt bei Objekten, für die eine Baugenehmigung erforderlich ist, der Zeitpunkt, in dem der Bauantrag gestellt wird, bei baugenehmigungsfreien Objekten, für die Bauunterlagen einzureichen sind, der Zeitpunkt, in dem die Bauunterlagen eingereicht werden (§ 19 Abs. 5 EigZulG).

Frage: Wie werden Altbauten und Erweiterungen nach neuem Recht (ab1.1.2004) gefördert?
Ausbauten und Erweiterungen werden zukünftig nicht mehr gefördert.

Frage: Welche Förderung erhalte ich, wenn ich mit notariellem Kaufvertrag vom 6. Januar 2004 eine Eigentumswohnung für 55.000 € gekauft habe und sie alsbald zu eigenen Wohnzwecken nutzte? Ich bekomme für ein Kind Kindergeld.
-Die Grundförderung beträgt 1% von 55.000 € = 550 €
Bemessungsgrundlage: 55.000 € (Anschaffungskosten)

-Kinderzulage= 800 €
_______

Insgesamt erhalten Sie jährlich: 1.350 €


Voraussetzung ist allerdings, dass Sie die Einkommensgrenzen des § 5 EigZul nicht überschreiten. Auf den Sachverhalt findet das "neue" Recht Anwendung, weil die Eigentumswohnung aufgrund eines nach dem 31. Dezember 2003 abgeschlossenen Kaufvertrags erworben worden ist.

Frage: Werden Neubauten und der Kauf einer gebrauchten Immobilie künftig gleich gefördert?
Ja.

Frage: Wir haben im Kalenderjahr 2003 einen Bauantrag für die Erweiterung (Anbau) unseres Einfamilienhauses, das wir selbst nutzen, gestellt. Können wir noch eine Förderung nach dem "alten" Recht bekommen?
Ja, wenn noch im Kalenderjahr 2003 mit der Herstellung der Erweiterung (des Anbaus) begonnen worden ist (§ 19 Abs. 5 EigZulG).

Frage: Wie hoch sind die Einkunftsgrenzen ab 2004?
Die Einkunftsgrenzen betragen ab dem 1.1.2004 70.000 € für Ledige, und 140.000 € für Verheiratete. Für jedes Kind, für das im Erstjahr die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der Kinderzulage nach § 9 Abs. 5 EigZulG vorliegen, erhöht sich dieser Betrag um 30.000 €. Falls mehrere Anspruchsberechtigte Eigentümer einer Wohnung sind und jedem die Kinderzulage zusteht, erhöht sich die Einkunftsgrenze nur um 15.000 € pro Kind. Maßgebend ist zukünftig für die Einkunftsermittlung die Summe der positiven Einkünfte.

Frage: Werden Ausbauten und Erweiterungen an einer Wohnung auch noch nach dem neuen Eigenheimzulagengesetz gefördert ?
Nein, nach dem neuen Eigenheimzulagengesetz werden keine Ausbauten und Erweiterungen mehr gefördert (Baubeginn ab 01.01.2004). Als Beginn der Herstellung gilt bei Objekten, für die eine Baugenehmigung erforderlich ist, der Zeitpunkt, in dem der Bauentrag gestellt wird (§ 12 Abs. 5 EigZulG).

Frage: Welche Energiesparmaßnahmen werden noch bei Neubauten gefördert?
Die Wärmeschutzverordnung 1994 ist zum 1. Februar 2002 durch die Energieeinsparverordnung vom 16. November 2001 (BGBl. I 2001, 3085) ersetzt worden. Die Wärmeschutzverordnung gilt deshalb letztmals für Neubauten, für die ein Bauantrag bis zum 31. Januar 2002 gestellt worden ist.

Bei genehmigungsfreien oder lediglich anzeigepflichtigen Bauvorhaben ist der Beginn der Bauausführung entscheidend. Für Neubauten, für die der Bauantrag nach dem 31. Januar 2002 gestellt worden ist, ist eine ökologische Zusatzförderung (Energiesparmaßnahmen/Niedrigenergiehaus) nicht mehr möglich.

Frage: Kann ich für mein Haus, welches ich ersteigert habe, auch die Eigenheimzulage erhalten?
Ja. Es ist für die Gewährung der Eigenheimzulage unerheblich, ob sie die zu eigenen Wohnzwecken genutzte Wohnung im Wege der Zwangsversteigerung oder durch notariell beurkundeten Kaufvertrag erworben haben.

Frage: Meine Frau und ich nehmen die Eigenheimzulage bereits für ein zu eigenen Wohnzwecken genutztes Einfamilienhaus in Anspruch. In diesem Kalenderjahr möchten wir einen Wintergarten anbauen. Können wir darür auch noch eine weitere Förderung nach dem Eigenheimzulagegesetz bekommen?
Nein. Nach dem neuen Recht ist die Förderung von Ausbauten und Erweiterungen nicht mehr möglich.

Frage: Meine Frau und ich haben bereits für ein uns je zur ideellen Hälfte gehörendes Haus die Eigenheimzulage erhalten. Im Kalenderjahr 2003 haben wir uns getrennt. Wir wollen das Objekt in diesem Kalenderjahr verkaufen. Ist für beide von uns Objektverbrauch eingetreten?
Ja. Haben Ehegatten als Eigentümer einer gemeinsamen Wohnung die Eigenheimzulage in Anspruch genommen, ist nach Wegfall der Voraussetzungen des § 26 Abs. 1 EStG für beide Objektverbrauch eingetreten. Ihre Anteile an der gemeinsamen Wohnung sind wieder als selbständige Objekte zu behandeln (§ 6 Abs. 2 S. 1 EigZulG).

Hätte allerdings ein Ehegatte seinen Miteigentumsanteil entgeltlich oder unentgeltlich auf den anderen Ehegatten in einem Veranlagungszeitraum, in dem die Voraussetzungen des § 26 Abs. 1 EStG noch vorgelegen haben, übertragen, wäre für den übertragenden Ehegatten kein Objektverbrauch eingetreten. Dabei wäre es egal gewesen, ob der Miteigentumsanteil während oder nach Ablauf des Förderzeitraums übertragen worden wäre.

Frage: Wie hoch ist die Einkunftsgrenze nach neuem Recht (ab dem 1. Januar 2004)?
Die Einkunftsgrenze ist für den zu betrachtenden Zweijahreszeitraum (Erstjahr und Vorjahr)auf 70.000 €; (für Einzelpersonen) sowie 140.000 € (für Ehegatte, die im Erstjahr die Voraussetzungen des § 26 Abs. 1 EStG erfüllen) gesenkt worden. Für jedes zu berücksichtigende Kind erhöht sich der Betrag um 30.000/15.000 €. Maßgeblich für die Einkunftsgrenze ist jetzt die Summe der positiven Einkünfte nach § 2 Abs. 2 EStG und nicht mehr der Gesamtbetrag der Einkünfte nach § 2 Abs. 3 EStG. Wenn Sie z.B. Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit in Höhe von 100.000 € erzielen und daneben Verluste aus Vermietung und Verpachtung in Höhe von 20.000 € haben, werden nur die positiven Einkünfte in Höhe von 100.000 € bei der Ermittlung der Einkunftsgrenze berücksichtigt.

Frage: Wenn ich eine Wohnung in 2003 erworben habe, muss ich auch in 2003 eingezogen sein?
Der achtjährige Förderzeitraum beginnt mit dem Kalenderjahr der Anschaffung der Wohnung. Er endet mit dem siebten auf dieses Jahr folgenden Kalenderjahres. Das gilt unabhängig von dem Beginn der Nutzung zu eigenen Wohnzwecken.

Wenn Sie die Wohnung nicht bis zum Ende des Kalenderjahres 2003 zu eigenen Wohnzwecken genutzt haben, geht Ihnen ein Förderjahr verloren.

Frage: Wir haben noch im Jahr 2003 einen Bauantrag gestellt. Wann können wir den Antrag auf Eigenheimzulage stellen?
Sie können den Antrag auf Eigenheimzulage erst dann stellen, wenn Sie tatsächlich eingezogen sind, da frühestens dann alle Voraussetzungen für die Gewährung der Eigenheimzulage erfüllt sind.

Frage: Welche Unterlagen muss ich dem Antrag auf Eigenheimzulage beifügen?
Im Fall der Anschaffung:
  • Grundstückskaufvertrag
Im Fall der Herstellung:
  • Zusammenstellung der Herstellungskosten nebst Belegen
    Kaufvertrag über die Anschaffung des Grund und Bodens
Außerdem ist sowohl im Falle der Anschaffung als auch der Herstellung zusätzlich eine Aufstellung über die Finanzierung der Anschaffungs- / Herstellungskosten erforderlich!

Frage: Wann wird die Eigenheimzulage ausgezahlt?
Wird die Eigenheimzulage für Ihre Wohnung erstmals festgesetzt oder geändert, erfolgt die Auszahlung innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Bescheides. In den Folgejahren des Förderzeitraums wird die Eigenheimzulage stets am 15. März ausgezahlt (§ 13 Abs. 1 S. 1 EigZulG).

Frage: Ich erwerbe gemeinsam mit meiner Freundin ein Einfamilienhaus, (je zur ideellen Hälfte). Müssen wir beide einen Antrag auf Eigenheimzulage stellen?
Ja. Wenn Sie beide die Eigenheimzulage erhalten wollen, muss jeder von Ihnen einen Antrag stellen.

Bei einem Anteil an einem Einfamilienhaus können Sie allerdings nur den entsprechenden Teil des Fördergrundbetrags erhalten (§ 9 Abs. 2 S. 3 EigZulG).

Frage: Ich habe mit notariellem Kaufvertrag vom 29. Dezember 2003 ein Einfamilienhaus erworben. Am 28. Januar 2004 sind der Besitz sowie Nutzen und Lasten auf mich übergegangen. Ich nutze das Haus seit dem 26. Februar 2004 zu eigenen Wohnzwecken. Das neue Recht würde für mich zu einem günstigeren Ergebnis führen. Gibt es ein Wahlrecht?
Nein, ein Wahlrecht gibt es nicht. In diesem Fall können Sie nur die Eigenheimzulage nach altem Recht beanspruchen.

Frage: Musste der Kaufpreis für den Erwerb einer Immobilie noch im Jahr 2003 gezahlt werden, damit man die Eigenheimzulage nach "alten Recht" bekommt?
Nein, es ist nur erforderlich, dass der notariell beurkundete Kaufvertrag im Jahre 2003 abgeschlossen worden ist.

Frage: Ich erhalte schon seit drei Jahren die Eigenheimzulage. Bekomme ich ab dem Kalenderjahr 2004 eine geringere Eigenheimzulage ausgezahlt?
Nein, bei bereits laufenden Förderungen ändern sich die Beträge nicht.

Frage: Wann ist eine Wohnung bezugsfertig?
Eine Wohnung ist dann bezugsfertig, wenn sie im Wesentlichen fertiggestellt und das Bewohnen zumutbar ist. Falls noch kleinere Restarbeiten zu erledigen sind, ist das für die Bezugsfertigkeit unschädlich.

Frage: Man hat mir gesagt, um die "alte" Eigenheimzulage für mein noch nicht fertig gestelltes Haus (Baubeginn vor dem 1.1.2004) zu erhalten, hätte ich den Antrag auf Eigenheimzulage noch bis zum 31.12.2003 beim Finanzamt stellen müssen?
Diese Aussage ist falsch. Der Antrag auf Eigenheimzulage ist erst nach der Fertigstellung des Hauses zu stellen. In Ihrem Fall gilt das "alte Recht", da der Bauantrag bereits im Kalenderjahr 2003 gestellt worden ist.

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